Bedürfniskompass

Presseaussendung

Schlaf-Mythen

Um unseren Schlaf ranken sich viele Geheimnisse und zahlreiche Mythen. Wie viele Stunden Schlaf sind ausreichend? Sind Frühaufsteher:innen wirklich leistungsfähiger als Langschläfer:innen? Schadet die Snooze-Taste der Gesundheit? Und wie kalt soll es eigentlich im Schlafzimmer sein? Prim. Dr. Bruno Pramsohler – einer der führenden österreichischen Schlafexperten – klärt auf, wie viel Wahrheit sich wirklich hinter den gängigsten Schlaf-Mythen verbirgt und gibt Einblicke in unser Schlafverhalten.

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Schlaf-Mythos 1

Acht Stunden Schlaf sind das Optimum

Lange Zeit galten acht Stunden Schlaf pro Nacht als optimal um morgens erholt aufzuwachen. Heute wissen wir, dass jeder Mensch unterschiedlich viel Schlaf benötigt. Auch wenn der Großteil der Bevölkerung statistisch gesehen nach sieben bis acht Stunden ausgeschlafen ist, benötigen manche Menschen deutlich weniger oder deutlich mehr Schlaf, um erholt zu sein. Man unterteilt grundsätzlich in Kurz-, Mittel- und Langschläfer:innen. „Wer zu welcher Uhrzeit müde wird und wieviel Schlaf man benötigt, ist genetisch festgelegt und völlig individuell“, so Prim. Dr. Bruno Pramsohler zum 8-Stunden-Mythos.

Zudem ändert sich unsere Fähigkeit zu schlafen im Laufe der Lebenszeit. Während Babys noch circa 16 Stunden pro Tag schlafen, schlafen ältere Personen nur mehr in etwa sechs bis sieben Stunden. Grund dafür ist, dass das Gehirn mit zunehmendem Alter weniger Melatonin produziert und die Übergänge zwischen Wachen und Schlafen dadurch immer mehr „verschwimmen“.

Schlaf-Mythos 2

Frühaufsteher:innen sind leistungsfähiger als Langschläfer:innen

Dass der frühe Vogel den Wurm fängt, hat wohl jeder schon mal gehört und auch die vermeintliche Nachteule ist den meisten ein Begriff. Schlafmediziner Prim. Dr. Pramsohler entkräftet diesen Mythos: „Manche Leute erbringen ihre Höchstleistungen in den frühen Morgenstunden, während andere besonders abends und nachts sehr produktiv und motiviert sind. Eine Form kann nicht besser gewertet werden als die andere.“ Der Zeitpunkt, zu dem Menschen besonders leistungsfähig sind, ist individuell unterschiedlich und wird unter anderem von unserer inneren Uhr bestimmt. Durch die Genetik festgelegt, tickt sie auch bei jeder Person anders. In der Fachsprache nennt man diesen Rhythmus Chronotypen. Unterteilt wird dabei in Eulen, die Nachtaktiven, und Lerchen, die Frühaufsteher:innen.

Schlaf-Mythos 3

Die Snooze-Taste schadet der Gesundheit

Das Bedienen der Schlummer-Taste des Weckers und das Weiterschlafen im Minuten- Intervall erfreut sich einer großen Beliebtheit. Doch langfristig gesehen wirken sich diese Extraminuten Schlaf negativ auf unsere Schlafqualität aus. „Die Snooze-Taste bringt unseren Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander. Die wiederholten Wecksituationen bedeuten für den Körper totalen Stress und setzen ihn in wiederholte Alarmbereitschaft“, warnt der erfahrene Schlafmediziner.

Das Wieder-Einschlafen sorgt im Gehirn für eine erneute Melatonin-Produktion, während es beim Aufwachen durch die Adrenalinausschüttung in Alarmbereitschaft versetzt wird. So kommt es zu einem ungünstigen Wechselspiel aus kurzzeitiger Entspannung und künstlichem Stress, das unseren Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinanderbringt und tagsüber für eine anhaltende Abgeschlagenheit und mangelnde Konzentrationsfähigkeit sorgt.

Schlaf-Mythos 4

Ein kaltes Schlafzimmer fördert den Schlaf

Um gut einschlafen zu können, muss unsere Körpertemperatur etwas absinken – eine Raumtemperatur im Schlafzimmer von ungefähr 18° Celsius ist also durchaus schlaffördernd, wodurch dieser Mythos bestätigt wird. Ein angenehm kühles Schlafzimmer führt dazu, dass der Körper schneller in den Tiefschlaf findet und man wesentlich ausgeruhter aufwacht. Keinesfalls sollte es aber im Schlafzimmer zu kühl sein – wer friert kann meist nur schlecht einschlafen und noch schlechter durchschlafen.

Tipp des Experten: „Wer rund zwei Stunden vor der gewünschten Schlafenszeit warm badet, verkürzt die Zeit des Wachliegens und schläft schneller ein. Durch das warme Bad kühlt unser Körper zeitlich genau richtig ab, um gut einschlafen zu können.“

Über Prim. Dr. Bruno Pramsohler

Seit 1994 gehört Prim. Dr. Pramsohler zur Humanomed-Gruppe. Nach langjähriger Erfahrung als Ärztlicher Leiter in der Privatklinik Villach übernahm er mit der Eröffnung im Januar 2022 die Programmleitung im BLEIB BERG Health Retreat. Hier fungiert er nicht nur als Neurologe, sondern auch als Verhaltenstherapeut und Schlafmediziner. Auch seine speziellen Ausbildungen für Schlaganfalltherapie, Angststörungen und Demenz bringen einzigartige Kompetenzen nach BLEIB BERG.

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